Auch wenn die Berge fast beinahe vor der Haustüre stehen (ungefähr 50km Luftlinie entfernt) habe ich bis zu diesem Flug noch keine Gelegenheit gehabt mich selbst so wirklich an die Giganten heranzutasten. 

Darum ging es am Dienstag  zum ersten Mal doppelsitzig im DuoDiscus in die Alpen,  um mir den Einstieg und das Terrain allgemein näher zu bringen. Ich durfte mir das neue Gebiet selbst erfliegen, während mein Trainer von hinten immer wieder Flugstrategien und Gebirgsnamen erklärt. Aber die Wolken so anzufliegen, wie auf der Schwäbischen Alb wie ich es bisher gewohnt bin, klappt allerdings nicht besonders gut. Es muss stattdessen auf die sonnenbeschienene Seite, auf den Wind und auf die Gräte geachtet und dementsprechend angeflogen werden.

Das hat für mein erstes Mal zunächst auch mit mäßigem Erfolg gut geklappt. Bis mein Plan eine Wolke beim Inntal anzufliegen dann doch nicht mehr so gut funktioniert hat, das Saufen hört einfach nicht auf und die Berge werden immer größer… wir kommen unter Grat an, ohne auch nur ansatzweise Steigen zu treffen und schließlich müssen wir abdrehen. Wir schleichen im Saufen ins Tal aber es kommt kein Aufwind, mir wird der Außenlandekatalog nach vorne gereicht und ich suche die angegebene Wiese, die auch schnell gefunden ist. Jetzt Zündung an, Fahrt zurück, warten auf das grüne Lämpchen, Motor ziehen. 

Wir ratteln an einem Hang entlang, auf der Suche nach Thermik. In Achten, mit Steigen in einer Hälfte und Saufen in der anderen Hälfte, kämpfen wir uns langsam wieder auf Grathöhe. So nah am Berg kann man die Felsstruktur sehr genau erkennen – etwas zu genau für meinen Geschmack. Das Fliegen am Hang ist sehr spannend und ziemlich nervenaufreibend für mich, jemanden der bisher nur gemütlich im Motorflieger über die Alpen gekachelt ist.

Endlich haben wir wieder ein wenig Höhe gewonnen und von Hinten kommt nur:

“Ich kann dir ja nicht einfach nur sagen wo du hinfliegen musst, man lernt einfach am besten beim Fehler machen”. 

Damit hat er auch nicht unrecht. Eine weitere Erkenntnis: trotz des Turbos machen wir in dem starken Saufen so gut wie keinen Meter Höhe.

 

So amazingly different to the flat landscape that I’m used to!

Die vielen neuen Endrücke des Tages haben mich wirklich überwältigt. Den Flug muss ich mit Karten noch einmal aufarbeiten. Im Winter ist dann auch genügend Zeit für diverse Gebirgsflug-Lektüren. Für kommendes Jahr wäre dann auch eine Teilnahme am Alpen-LIMA des LVB geplant.